Arbeit und Ausbildung

Arbeit und Ausbildung ist für mich ein wichtiges Thema. Die SPD war und ist eine Arbeiter*innenpartei. Auch wenn der*die klassische Arbeiter*in heute eher seltener geworden ist, muss die SPD die Partei sein, die sich für alle abhängig und/oder prekär Beschäftigten stark macht.

Höhere Löhne

Es kann nicht sein, dass Menschen die Vollzeit arbeiten, kaum ihre Miete bezahlen können oder zusätzlich Leistungen nach Hartz IV beantragen müssen. Darum setze ich mich für einen höheren Mindestlohn ein, von dem man wirklich leben kann. Das ist für mich eine Frage des Respekts. Höherer Mindestlohn bedeutet auch höhere Renten und ist somit ein wichtiger Schritt gegen Altersarmut. Zudem ist nicht einzusehen, dass Arbeitgeber*innen von der Arbeit ihrer Beschäftigten profitieren, aber die Solidargemeinschaft deren Lebensunterhalt absichern muss. Das gilt auch für junge Menschen. Eine Mindestausbildungsvergütung hilft dabei, dass junge Erwachsene in Ausbildung selbstbestimmt leben können.

Grundlose Befristung abschaffen

Viele Menschen hangeln sich von einem befristeten Arbeitsvertrag zum nächsten. Planen und Sicherheit sind so nicht möglich. In so einer unsicheren Situation, ist es kaum möglich eine Familie zu gründen, sogar das Unterschreiben eines mehrjährigen Mietvertrages ist schwierig, wenn man nicht weiß ob man dann noch eine Arbeitsstelle hat. Sachgrundlose Befristungen müssen abgeschafft werden! Auch die Übernahme nach der erfolgreichen Ausbildung sollte selbstverständlich sein.

Gegen Lohndumping

Die Coronaausbrüche in großen Schlachtbetrieben haben es deutlich gezeigt: Werkverträge werden für Lohndumping missbraucht und hebeln die sonst üblichen sozialen Standards aus. Die Bundesregierung hat jetzt das Verbot von Werkverträgen in Schlachtbetrieben auf den Weg gebracht. Das kann aber nur ein Anfang sein. Es gibt noch mehr Branchen, in denen Werkverträge üblich sind und genutzt werden, um Arbeitnehmer*innenrechte zu umgehen. Auch Leiharbeit, also wenn eine Firma Arbeitskräfte an eine andere ausleiht, wird oft missbräuchlich zum Lohndumping genutzt. Arbeitskräfte in Leiharbeit oder mit Werkverträgen haben deutlich weniger Rechte als Festangestellte und erhalten auch weniger Lohn. Immer wieder werden Beschäftigte, auch wenn sie regelmäßig nur für ein Unternehmen arbeiten, wie Selbständige behandelt. Diese Scheinselbständigen erhalten eine „frei“ ausgehandelte Bezahlung, betriebliche und sozialrechtliche Risiken werden auf sie verlagert und Arbeitsschutzbedingungen unterlaufen. Wir brauchen mehr Arbeitsschutz und sozialversicherungspflichtige Festanstellungen. Werkverträge müssen auf das notwenigste reduziert und ihr Missbrauch verhindert werden, Leiharbeit abgeschafft, die Kriterien für Selbständigkeit präzisiert werden.

Flexiblere Arbeitszeitmodelle

Die Digitalisierung bringt viele Chancen mit sich. Sie ermöglicht flexiblere Arbeitszeitmodelle, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern und bietet viele Freiheiten. Gleichzeitig verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit immer mehr. Hier ist es wichtig genaue Grenzen festzulegen, um Selbstausbeutung und Missbrauch durch Arbeitgeber*innen zu verhindern. Damit die Digitalisierung den Menschen nutzt.

Recht auf Ausbildung

Nur jeder fünfte Betrieb in Deutschland bildet aus. Durch die Coronapandemie stehen noch weniger Ausbildungsplätze zur Verfügung. Ich setzte mich für eine Recht auf Ausbildung ein. Denn jeder junge Mensch sollte die Möglichkeit haben eine Ausbildung zu beginnen, wenn er oder sie das möchte. Dafür müssen die Betriebe, die nicht ausbilden, zur Kasse gebeten werden und sich finanziell einbringen. Wir brauchen auch eine Ausbildungsplatzumlage!